07.02.2008 - 4.2 Gemeinsamer Vorschlag der SPD und CDU Fraktionh...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 07.02.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Marscheider zitiert aus einer Stellungnahme der Verwaltung
vom 12. September 2007 zur damaligen Anfrage der Fraktion Bürger für Hagen
hinsichtlich der Gewinne und Verluste für die Sparkasse Hagen im Zusammenhang
mit den Spekulationsgeschäften der WestLB und fragt nach, warum seinerzeit
keine Auskünfte in dieser Angelegenheit erteilt werden konnten und in der
heutigen Ratssitzung ein Vertreter der Sparkasse zur Beantwortung möglicher
Fragen des Rates eingeladen wurde.
Herr Hoffmann erklärt, dass sich die Fragestellungen von damals und heute dahingehend
unterscheiden würden, dass seinerzeit nach den Verlustgeschäften der Sparkassen
Hagen gefragt worden sei. In der heutigen Frage gehe es um die Auswirkungen auf
die Kommune.
Herr Oberliesen teilt mit, dass die Sparkasse Hagen ein Jahresergebnis von 13,24 Millionen
Euro ohne mögliche Unterstützungsmaßnahmen der WestLB ausweisen werde. Die
Stadt Hagen würde davon eine Gewinnausschüttung in Höhe von 15 % somit rd. 2
Millionen Euro erhalten. Darüber hinaus erhalte die Stadt rd. 3,3 Millionen
Euro Gewerbesteuer. Insgesamt betragen die Auswirkungen für die Stadt Hagen für
das Jahr 2007, bei keiner Unterstützung der WestLB, eine Einnahme in Höhe von
rd. 5,3 Millionen Euro. Bei einer Unterstützung der WestLB ist zu
unterscheiden, ob es sich um einen Verlustausgleich oder einer Kapitalerhöhung
handele. Zwischen Verlustausgleich und Kapitalerhöhung gäbe es unterschiedliche
Entscheidungswege. Die Bindungen und Verpflichtungen aus den Beschlüssen der verschiedenen
Gremien seien demnach auch unterschiedlich. Die Berechnungen der Sparkassen gehen
vom negativsten Fall aus, d.h. wenn die Sparkassen und das Land einen
Verlustausgleich in Höhe von 2 Milliarden Euro leisten müssten. Das
Jahresergebnis der Sparkasse Hagen würde sich demnach auf 10,53 Millionen Euro
belaufen. Bei einer Gewinnausschüttung von 15 % erhalte die Stadt einen Betrag
in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Die Gewerbesteuereinnahme für die Stadt läge
bei 1,65 Millionen Euro. Demnach würden sich die Einnahmen für die Stadt Hagen
im Gegensatz zur vorherigen Berechnung um rd. 2 Millionen Euro verringern.
Herr Feste zitiert aus einen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 06.02.2008
und fragt nach, ob die darin getroffen Aussage zur Kapitalerhöhung durch die
Sparkassen in Nordrhein-Westfalen richtig sei.
Herr Oberliesen bittet um Verständnis, dass er zurzeit nur den
Wissenstand der Medienberichterstattung wiedergeben könnte, weil die Sparkasse
Hagen in den Entscheidungsgremien nicht vertreten sei. Die gestrige Einberufung
der Eigentümerversammlung wurde seiner Kenntnis nach ergebnislos abgebrochen.
Aus diesem Grund sei die Sparkasse Hagen von der negativsten Konstellation
ausgegangen und zwar dem Verlustausgleich in Höhe von 2 Milliarden Euro.
Weiter bezieht sich Herr Feste auf einen
Bericht der „Aktuellen Stunde“ im WDR vom 31. Januar 2008 und fragt
nach, ob es richtig sei, dass erst in fünf Jahren das gesamte Verlustergebnis
festgestellt werden könnte.
Herr Oberliesen bestätigt die Nachfrage von Herrn Feste und ergänzt, dass die WestLB
das Problem habe, Wertpapiere bewerten zu müssen, für die es zurzeit keinen
Markt gäbe.
Herr Strüwer geht auf den möglichen Verlustausgleich in Höhe von 2 Milliarden Euro
ein und fragt nach, ob auch die Auswirkungen der Landschaftsverbände berücksichtigt
wurden.
Herr Oberliesen verdeutlicht, dass sich seine Ausführungen lediglich auf die Stadt Hagen
im Verhältnis auf die Sparkasse Hagen bezogen haben.
Herr Riechel fragt nach, ob sich eine mögliche Verschmelzung der WestLB mit der Stadtsparkasse
Düsseldorf auf die Höhe der zu leistenden Zahlungen der anderen Sparkassen in
Nordrhein-Westfalen auswirken würde.
Herr Oberliesen geht davon aus, dass die Kapitalerhöhung anders ausfallen würde, halte
aber eine Verschmelzung der beiden Institutionen nach dem heutigem Stand für
nicht realistisch. Die Herbeiführung einer Fusion werde möglicherweise an
zeitlichen Fristen scheitern.
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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89,4 kB
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