10.02.2026 - 4.3 Maßnahmen an Waldwegen im Bereich Holthausen/Ho...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.3
- Sitzung:
-
Sitzung des Naturschutzbeirats
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Di., 10.02.2026
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:04
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ohne Beschluss
Wortprotokoll
Frau Selter teilt mit, mehrere Bürger*innen hätten sie auf die Aufweitung der Forstwege in Holthausen hingewiesen. In der heimischen Presse erschien am 04.12.2025 ein Artikel dazu.
Herr Beckmann hat sich die Wege angesehen und beschreibt die Maßnahme:
Auf einer Länge von ca. 8 km seien die Waldwege nun mit einer Breite von ca. 3,5 m geschottert und mit ca. 2,5 – 3 m breitem Bankett aus Erdreich ausgearbeitet worden. Teilweise umfasse die Maßnahme nun Bereiche, auf denen vor ca. 10 Jahren Bäume gepflanzt wurden. Die Wege seien im Vergleich zu früher verbreitert. Er befürchtet, dass die geschotterten und verdichteten Wege den Regen nicht aufnehmen könnten. Abzweigungen ins Holthauser Bachtal seien angelegt worden; bei einer Hochwasserkatastrophe würde das Holthauser Bachtal massiv überflutet werden. Erdreich sei an Baumstämme angeschoben worden. Auch würden jetzt vermehrt PKWs diesen Weg benutzen. Weitere Wegebereiche sollen noch ausgearbeitet werden. Die für die Errichtung der Windenergieanlagen geschotterten Flächen seien nach Auskunft von Anwohnern zur besseren Befahrung mit Baufahrzeugen mit Gipsbeton verfestigt worden.
Siehe unter TOP 7 „Anfragen und Beantwortung von Anfragen“ die von Herrn Beckmann gestellten Fragen.
Herr Funke, zuständiger Fachberater Hochwasser beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz, erläutert die Maßnahme. Die Hochwasserkatastrophe 2021 war so nicht händelbar. Die Aufarbeitung der Schäden erfolge in enger Verzahnung mit der unteren Wasserbehörde und dem Wirtschaftsbetrieb. Es seien die Waldwege wiederhergestellt worden, die durch die Flut zerstört wurden. Zur Konstruktion könne er nichts sagen. Die Waldwege seien wieder so hergestellt worden, wie sie für die Befahrung in Waldbrandsituationen sein sollten. Zur Verhinderung einer Sturzflut direkt in die Wohnbebauung sei je 50 Meter zur Bremsung ein Abschlag in den steilen Weg eingebaut worden.
Das Regionalforstamt Ruhrgebiet sei für die Wiederherstellung der Wege beauftragt worden. Er berichtet auch von Wiederherstellungsmaßnahmen im Bereich Obernahmer, die die Feuerwehr fachlich begleitet habe.
Die Baumaßnahmen im Bereich Holthausen/Hohenlimburg seien noch nicht abgeschlossen, die Feuerwehr würde die Maßnahme bis zum Schluss weiter begleiten. Die Wege seien mit einer Neigung von 5 ° zur Böschung angelegt worden, damit sich das Wasser auf der ganzen Hangfläche verteilen kann und nicht an einzelnen Stellen konzentriert von den Wegen hangabwärts geleitet werde.
Herr Bühren attestiert die aus seiner Sicht als Waldbesitzer und Bauingenieur richtige Durchführung der Wegewiederherstellung. Wege dienen der Erschließung des Waldes zum Abtransport des Holzes und für die Feuerwehr zum Befahren in Gefahrensituationen. Wege müssten in der Breite und Ausführung diesen Anforderungen der benötigten Fahrzeuge entsprechen. Gepflegte Bankette seien auch für die Ableitung des Wassers notwendig. In ein paar Jahren würde es nicht mehr so dramatisch aussehen.
Herr Funke erläutert, die Feuerwehr behalte die Situation weiterhin im Auge, durch z. B. Frühwarnsysteme, Pegel. Vorsorgemaßnahmen, Reinigung der Einlaufrechen und Beratungen der Anwohner.
Herr Welzel verweist auf die weiteren Ökosystemleistungen des Waldes und kritisiert die katastrophale Umgestaltung der Landschaft im Bereich Stoppel- und Schleipenberg. Er befürchtet, dass diese Maßnahmen bei einer weiteren Hochwasserkatastrophe nicht ausreichend seien. Deswegen seien die Darlegung von Herrn Beckmann berechtigt, man solle die Situation kritisch sehen.
Herr Beckmann kritisiert, einige Hektar Wald seien für die neue Wegegestaltung zum Opfer gefallen. Das ehemals zusammenhängende Waldgebiet sei nach Kyrill, Borkenkäfer und nun durch diese Maßnahmen zerschnitten worden auch mit negativen Auswirkungen für das Wild. Es sei die Aufgabe des Naturschutzbeirats, dafür zu sorgen, Waldgebiete zu schützen. Die Ausführung der Wegemaßnahme sei zu weit gegangen.
Aus Sicht von Herrn Dr. Dr. Hülsbusch sei der Waldweg für die Anforderungen optimal gestaltet. Er fragt, ob der Naturschutzbeirat überhaupt Mitspracherecht bei Belangen des Waldes und des Forstes habe.
Frau Selter kritisiert das Ausbringen von kalkhaltigem Schotter, dass das Ökosystem ändern werde. Sie fragt, ob die Hochwasserschutzmaßnahmen auch noch in anderen Bereichen durchgeführt würden. Herr Funke antwortet, es seien immer noch 4 Leute an der Aufarbeitung der Hochwasserkatastrophe beteiligt und berichtet von Schutzmaßnahmen am z. B. Wehringhauser Bach und Selbecker Bach.
