25.03.2025 - 6.1 Präsentation der historischen und kunsthistoris...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 25.03.2025
- Status:
- gemischt (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Anja Spiecker-Kondritz
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Herr Walter begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Prof. Dr. Zuschlag der die Präsentation halten werde. Diese Präsentation werde in Schriftform als Anhang dem Protokoll beigefügt.
Herr Walter liest zum Einstieg in den Tagesordnungspunkt ein Zitat von Wolfgang Benz: Zukunft der Erinnerung. Das deutsche Erbe und die kommende Generation. München 2025, S. 12 f. vor.
„Die Aufklärung über das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte bedarf immer wieder neuer Formen. Ebenso das öffentliche Erinnern und Gedenken.
Jede Generation muss die Möglichkeit haben, die notwendige Kenntnis der Geschichte auf ihre Weise zu erwerben.
Es ist keineswegs nur Aufgabe der Schule, die entweder gerügt wird, weil sie zu wenig Geschichtsunterricht bietet oder denunziert, weil sie angeblich die ganze deutsche Vergangenheit auf das »Dritte Reich« reduziert und nichts von der stolzen deutschen Geschichte vermittelt. […] Das böse Erbe bleibt jedoch, es geht weiter an kommende Generationen, die damit umgehen müssen.
Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus bleibt ein Auftrag für die gesamte Gesellschaft. Voraussetzung ist das Wissen über das Geschehene und seine Folgen.
Aufklärung ist die einzige Möglichkeit, Kenntnis zu erlangen und damit umzugehen. Der Nutzen besteht in der Gesellschafts-, Staats- und Lebensform Demokratie, die Frieden, Recht und Freiheit garantiert.“ Wolfgang Benz: Zukunft der Erinnerung. Das deutsche Erbe und die kommende Generation. München 2025, S. 12 f.
Herr Walter erteilt das Wort an Herrn Prof. Dr. Zuschlag.
Herr Prof. Dr. Zuschlag stellt sein Gutachten, welches im Auftrag der Stadt Hagen entstand, vor. Durch eine Power-Point-Präsentation wird das Gutachten mit Abbildungen und versch. Dokumenten (Folien 1-20) unterstützt.
Die gutachterliche Stellungnahme, die Einschätzungen und Handlungsempfehlungen sind Bestandteil der Niederschrift. Die Empfehlungen des Gutachtens sind der Seite 11 zu entnehmen.
Herr Walter bedankt sich für die Präsentation.
Herr Rudel fragt für die SPD–Fraktion gesondert nach, wie mit dem Porträt Fritz Steinhoff, dem ehemaligen Hagener Oberbürgermeister und NRW-Ministerpräsidenten, der von Erwin Hegemann gemalt worden ist, umgegangen werden soll. Der Respekt vor Fritz Steinhoff mache es notwendig, eine Aufarbeitung zur Entstehung des Porträts genauer zu betrachten. Herr Rudel möchte wissen, was genau von der Verwaltung einzuleiten sei, um diese Aufarbeitung zu gewährleisten.
Herr Prof. Dr. Zuschlag erklärt, dass die Entstehungsbedingungen genauer zu ergründen seien. Es komme darauf an, wann Fritz Steinhoff von Erwin Hegemann gemalt worden sei. Unerträglich wäre es, wenn ein Verfolgter des NS- Regimes von einem Künstler gemalt wurde, der diesem angehörte. Für den Fall, dass Fritz Steinhoff posthum gemalt wurde und somit keinen Einfluss darauf gehabt habe, sei in Erwägung zu ziehen, dass dieses Porträt aus der Bürgermeistergalerie auszutauschen sei. In der Regel seien die Oberbürgermeister von Fotografien durch die Künstler proträtiert worden.
Herr Schuh merkt an, dass zahlreiche Werke Hegemanns im öffentlichen Raum zu sehen seien. Er fragt an, wie man mit den 6 Werken, die in Hagener Schulen hängen, umgehen solle.
Herr Prof. Dr. Zuschlag erläutert dazu, dass er zu keinem Streichen aus der Erinnerung tendiere, er führt aus, dass die Geschichtslehrer der Schulen dieses Thema entsprechend aufgreifen sollen. Alle Werke Hegemanns sollen im öffentlichen Raum belassen werden. Text und Information sollen zu den Werken Hegemanns zur Verfügung gestellt werden, um Transparenz herzustellen.
Herr Rudel fragt an, ob die Mitgliedsnummer der HIAG Nr.31 darauf zurückzuschließen ließe, dass es sich um einen frühen Eintritt in die HIAG handele.
Herr Prof. Dr. Zuschlag teilt die Einschätzung und erläutert, dass der Eintritt Hegemanns so zu interpretieren sei, dass er einer der Ersten gewesen wäre, der in diese Organisation eingetreten sei. Der Landesverband der Organisation wurde im 28. September 1951 gegründet. Der Eintritt Hegemanns war zum Januar 1952.
Herr Dr. Fehske teilt mit, dass er das extrem differenzierte Urteil des Herrn Prof. Dr. Zuschlag bewundere. Wie Herr Zuschlag das Gutachten dargestellt habe und seine Schlüsse dazu seien sehr gut dargestellt.
(Hinweis der Protokollführung: Sämtliche anwesenden Mitglieder des Ausschusses teilen mit Beifall die Meinung von Herrn Dr. Fehske)
Herr Prof. Dr. Zuschlag bedankt sich für die freundlichen Worte und teilt mit, dass er sich bemüht habe der Person und der Sache gerecht zu werden.
Herr Walter bedankt sich ebenfalls für die gute Wahl des Gutachters.
Herr Röspel geht auf die Empfehlung der Namensänderung der Schule ein. Er teilt mit, dass die CDU–Fraktion die Namensumbenennung der Schule in Altenhagen unterstütze. Der Schulausschuss werde sich damit weiter befassen. Die Bildergalerie soll hängen bleiben, mit der Einschränkung, dass das Porträt Steinhoffs noch geprüft werde.
Er teilt mit, dass er durch die heutigen Ausführungen zum Lebenslauf von Erwin Hegemann sehr betroffen sei.
Herr Röspel erzählt über seine damalige geschäftliche Beziehung mit Herrn Hegemann und dem Caritasverband. Er habe mit Herrn Hegemann im Rahmen seiner Arbeit mit der Caritas zusammengearbeitet. Herr Hegemann habe für den Caritasverband eine Jubiläumszeitschrift illustriert. Im Rahmen dieser Arbeit habe er sich mit ihm über das Thema Menschenbild unterhalten und sehr viel Positives mit Herrn Hegemann dazu erlebt. Das Bildnis des barmherzigen Samariters sei Inhalt dieser Gespräche gewesen, daher sei die Betroffenheit bei ihm sehr groß.
Anmerkung der Schriftführung: Es gibt eine Wortmeldung aus den Reihen der Besucher im Sitzungssaal: -Aufzeichnung 1:00:22 – Herr Walter erteilt nicht das Wort, und teilt mit, dass das Wort in dieser Sitzung laut Gemeindeordnung von NRW und Hauptsatzung der Stadt Hagen nur den Ausschussmitgliedern oder der Verwaltung erteilt werde.
Herr Rudel möchte sich bedanken für die Ausführungen des Herrn Dr. Fehske zu dem Gutachten des Herrn Prof. Dr. Zuschlag. In Bezug auf die Namensgebung der Schule sagt Herr Rudel, dass er für die SPD- Fraktion heute noch keine Stellungnahme treffen könne. Er merkt nochmal an, dass das heutige Vorgehen mit der Darstellung des Gutachtens und der Präsentation sehr gut gewesen wäre.
Die Aufarbeitung in Richtung des Porträts von Fritz Steinhoff sei ein besonderes Anliegen der SPD-Fraktion. Die Verwaltung solle sich zeitnah der Thematik annehmen und kurzfristig bei gebotener Qualität zu einer schnellen Lösung kommen.
Frau Soddemann teilt mit, dass das heutige Gutachten, wie in der Vorlage beschrieben, die Basis sei, um weiter Schritte zu veranlassen. Dazu gehöre auch die Empfehlungen des Herrn Prof. Dr. Zuschlag anzunehmen und von der Verwaltung aufzugreifen. Weitere Prüfungen würden nun veranlasst. Zur Namensgebung der Schule, erläutert Frau Soddemann, liege die Zuständigkeit beim Schulausschuss.
Die Empfehlung zur Prüfung des Porträts von Fritz Steinhoff werde aufgegriffen und alles Notwendige dazu veranlasst.
Bei der Empfehlung zur Bürgermeistergalerie werde das Osthaus Museum mit Hilfe des Stadtarchivs einen Text aufbereiten, der zur Aufklärung und Transparenz führe.
Auch für die Werke Hegemanns in den Schulen werde das Osthaus Museum in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und in Rückkopplung mit Herrn Prof. Dr. Zuschlag die Texte aufbereiten und zur Verfügung stellen.
Herr Schuh merkt an, dass laut Hauptsatzung der Stadt Hagen für die Namensgebung der Schulen die Bezirksvertretung zuständig sei.
Frau Soddemann kann dazu mitteilen, dass nach der Hauptsatzung dies der Fall sei, jedoch handele es sich um einen Schulträgerbeschluss. Bei einem Schulträgerbeschluss sei der Rat zuständig. Es gebe eine veränderte Konstellation bei Benennung von Schulen.
Die Bezirksvertretung werde aber selbstverständlich beteiligt. Ebenso werde die Schule beteiligt. Das Gutachten sei heute bekanntgegeben worden, daher würden nun alle Schritte geprüft und geklärt.
Herr Walter bedankt sich für das Gutachten bei Herrn Prof. Dr. Zuschlag.
Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen
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