17.06.2025 - 6 Informationen zum aktuellen Stand des Hagener V...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Frauenbeirates
- Gremium:
- Frauenbeirat
- Datum:
- Di., 17.06.2025
- Status:
- öffentlich (Sitzung abgeschlossen)
- Uhrzeit:
- 16:11
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zu diesem TOP begrüßt Tanja Grahl nochmals herzlich Anke May vom Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz sowie Helena Scherer von der AWO-Schwangerenberatungsstelle und Andrea Bilstein-Raum von der Ev. Beratungsstelle SichtWeise.
Bevor Andrea Bilstein-Raum das Wort ergreift, wird den Mitgliedern die beigefügte Tischvorlage ausgehändigt: Eine Übersicht über die in 2024 und 2025 erfolgten Anträge, aufgeschlüsselt nach Beratungsstellen und Form der beantragten Mittel.
Andrea Bilstein-Raum berichtet, dass Schwangere sich in Hagen an vier Beratungsstellen wenden können: AWO, donum vitae e.V., SichtWeise und SKF (Sozialdienst katholischer Frauen). Der SKF bietet keine Schwangerschaftskonfliktberatung an und ist kein Kooperationspartner. Die Schwangerenberatungsstellen der AWO, donum vitae e.V. und Sichtweise bieten Schwangerschaftskonfliktberatung an. Diese drei Beratungsstellen haben die Kooperationsvereinbarung mit der Stadt abgeschlossen. Als Kooperationspartnerinnen stellen sie daher Anträge an den Verhütungsmittelfonds.
2020 wurde der Verhütungsmittelfonds im Doppelhaushalt beschlossen, inzwischen wird er gut angenommen. Die Beratungsstelle SichtWeise hat im Vergleich zu den anderen Beratungsstellen am wenigsten Anträge. Der Hintergrund dafür ist, dass diese Beratungsstelle über Bundesstiftungsmittel mitfinanziert wird und der Schwerpunkt auf psychologischer sowie Familienberatung gelegt wird. Dies spricht eine andere Klientel an und dementsprechend werden weniger Anträge an den Verhütungsmittelfonds gestellt. Die Abrechnung erfolgte bisher quartalsweise, nun seien jedoch halbjährliche Nachweise geplant.
Andrea Bilstein-Raum beschreibt, dass die Frauen, die den Verhütungsmittelfond in Anspruch nehmen, Schwierigkeiten haben, das Geld für die Verhütung aufzutreiben. Sie nutzen den Fonds für langfristige Verhütung, so wie er auch gedacht ist. Inzwischen sei sogar die Kostenübernahme für eine Vasektomie beim Mann möglich. Daher habe man die Flyer überarbeitet, sodass diese sich nun an Hagener Menschen wenden und nicht mehr nur an Hagener Frauen.
Im Anschluss ergänzt Helena Scherer, dass das Land inzwischen Fördergelder für geflüchtete Frauen gestrichen hat und dass diese Frauen nun auch von der Stadt Hagen aufgefangen werden müssen. Auch nutzen Frauen sehr häufig den Schwangerschaftsabbruch, um sich bei diesem Eingriff sterilisieren zu lassen. Sie erlebe in der Beratungsarbeit häufig, dass Frauen, sobald sie an einem Wendepunkt stehen ( z. Bsp. Arbeitsaufnahme, Ausbildung …) schwanger werden. Häufig reicht das Einkommen des Partners nicht für die Familie, bezahlbarer Wohnraum ist kaum zu finden und häufig ist die Frau von Schulden bedroht oder betroffen bis hin zur Privatinsolvenz. Aus Sicht von Helena Scherer hilft der Fonds Frauen, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.
Tanja Grahl bedankt sich für den Vortag und erteilt nun Anke May vom Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz das Wort.
Anke May berichtet, dass der Verhütungsmittelfond nun seit sechs Jahren besteht. Sie betont, dass die Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen gut laufe, auch wenn der Fachbereich zwischendurch sehr mit Corona beschäftigt gewesen sei. Sie stellt dar, dass der Fachbereich das Geld zur Verfügung stelle. Sie lobt die Zusammenarbeit der Beratungsstellen und hebt hervor, dass die Beratungsstellen nicht miteinander konkurrieren, sondern gut miteinander arbeiten. Anke May erklärt, dass in Zukunft Veränderungen zu erwarten sind. In der Vergangenheit hatte der Fachbereich die Möglichkeit, konkret unter diesem zugewiesenen Haushaltsposten „Verhütungsmittelfonds“ die beantragten Kosten abzurechnen. Für den Doppelhaushalt 2026/2027 werde nun mit einem Budget geplant. Das bedeute, dass dem Fachbereich eine gewisse Summe zugewiesen wird und der Fachbereich in eigener Verantwortung diese Summe verwalte. Sie habe daher in ihr Budget des Fachbereiches, sofern der Haushalt so, wie es ihr aktuell bekannt ist, genehmigt wird, 30 000,- Euro pro Jahr für den Verhütungsmittelfonds veranschlagt. Sollte die Politik aber z.B. entscheiden, dass alle freiwilligen Leistungen gestrichen werden sollen, dann wird es für 2026/2027 keinen Verhütungsmittelfonds geben können, auch nicht aus dem dann gekürzten Budget des Fachbereiches Gesundheit und Verbraucherschutz.
An dieser Stelle stellt Katja Graf heraus, dass aus ihrer Sicht die Zahlen der hilfebedürftigen Frauen steigen und eigentlich noch viel mehr Geld benötigt wird, zumal der Fonds nun auch für die Frauen mit Fluchthintergrund nötig ist. Sie schlägt vor, im politischen Raum vorzuschlagen, den Fonds auf 50 000,- Euro zu erhöhen. Anschließend bedankt sie sich bei Andrea Bilstein-Raum, Helena Scherer und Anke May für deren Vortrag.
Anastasiia Peters weist darauf hin, dass Verhütung eine Sache zwischen den Partnern sei.
Eva Maria Fischer fragt, warum es bisher nur eine Vasektomie gegeben hat. Sie fragt: Wenn mehr Männer eine Vasektomie über den Fonds beantragen würden, dann wäre das Geld auch schnell verbraucht?
Andrea Bilstein-Raum gibt die Beantwortung dieser Frage an Helena Scherer ab: Eine Vasektomie/Sterilisation ist langfristig günstiger, aber die Männer wollen nicht so recht.
Sabine Michel bedankt sich bei den Vortragenden. Sie stellt heraus, dass sich die Frauen mit vielen Problemen an die Beratungsstellen wenden und die Beratungsstellen vor großen Herausforderungen stehen. Hinsichtlich der Frauen mit Fluchthintergrund sind die LWL-Mittel weggefallen, dies muss nun auch in der Arbeit der Beratungsstellen mit dem Verhütungsmittelfonds aufgefangen werden. Da der Verhütungsmittelfond eine freiwillige Leistung der Stadt darstellt und, wie von Anke May angedeutet, eine Sicherheit über den nächsten Doppelhaushalt noch nicht besteht, stelle sich die Frage, ob es taktisch klug sei, aktuell ein höheres Budget zu fordern.
Tanja Grahl bedankt sich bei den Vertreterinnen der Schwangerenberatungsstellen sowie bei Anke May und schließt diesen TOP mit der Bitte, dass alle Mitglieder des FB innerhalb ihrer Fraktionen auch nach der Wahl bedenken, wie wichtig dieser Fond für die betroffenen Frauen ist.
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