26.08.2025 - 1 Feststellung der Tagesordnung sowie Ehrung und ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Di., 26.08.2025
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:08
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Bezirksbürgermeister Eisermann eröffnet die 6. Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg im Jahr 2025, welche vermutlich auch seine letzte Sitzung als Bezirksbürgermeister sein wird. Er begrüßt die Gäste, den Vertreter der Polizei, die Presse, die Vertreter der Verwaltung, die Mitglieder des Rates und der Bezirksverwaltung. Besonders begrüßt er Herrn Oberbürgermeister Erik O. Schulz. Anschließend übergibt Eisermann an Herrn Schulz.
Oberbürgermeister Erik O. Schulz hält folgende Rede: „Sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Eisermann, lieber Jochen, liebe Mitglieder der Bezirksvertretung Hohenlimburg, meine sehr geehrten Damen und Herren,
„Wahlen allein machen noch keine Demokratie.“ So hat es der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama einmal überaus treffend auf den Punkt gebracht. Und in der Tat kommt es darauf an, dass es Menschen wie Sie gibt, die die demokratischen Möglichkeiten insgesamt ernst- und wahrnehmen, sie dauerhaft mit Leben erfüllen, sich immer wieder aufs Neue Herausforderungen stellen und Ideen und Pläne im Sinne und zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger umsetzen.
Es besteht gar kein Zweifel: Von diesen Frauen und Männern – von jedem und jeder von Ihnen und Ihrem Engagement – lebt unsere Demokratie! In etwas mehr als zwei Wochen sind die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nach fünf Jahren wieder einmal aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, um auf diesem Wege ihre politische Vertretung unter anderem für die Bezirksvertretungen und den Rat zu wählen.
Ich denke, Sie werden mir beipflichten, wenn ich sage: Diese Amtsperiode war und ist geprägt von vielfältigen, zum Teil elementaren Umbrüchen und von einem merklichen Wandel insgesamt in unserer Stadt wie gerade auch hier im Wirkungskreis der Bezirksvertretung Hohenlimburg. Dabei waren es ganz besonders drei Herausforderungen, denen wir uns mit großer Anstrengung stellen mussten: Ich spreche von der Corona-Pandemie, die unseren Alltag über mehrere Jahre weitestgehend bestimmt hat und zu für uns alle unvorstellbaren Einschränkungen in unserem gesellschaftlichen Miteinander geführt hat.
Ich spreche von der Hochwasserkatastrophe, die uns vor vier Jahren heimgesucht hat und gewaltige Ausmaße mit sich brachte; und ich spreche von dem schlimmen Angriffskrieg gegen die Ukraine, vor dem Hunderte Geflüchtete in Hagen Schutz gesucht haben.
Es ist dem Kerngedanken der Demokratie und dem unermüdlichen Engagement so vieler Menschen – gerade auch in unserer Stadt – zu verdanken, dass wir diese Herausforderungen gemeinsam angegangen sind und Lösungen gesucht haben.
Dafür dürfen wir zutiefst dankbar sein!
Liebe Mitglieder der Bezirksvertretung Hohenlimburg, meine sehr geehrten Damen und Herren, zu den Markenzeichen der Demokratie gehört es ganz zweifelsfrei auch, dass es regelmäßig neue Gesichter im politischen Geschehen gibt, die Verantwortung übernehmen möchten. Und so wird es eine nicht geringe Zahl an Veränderungen in jedem Fall auch bei der Zusammensetzung der künftigen Bezirksvertretungen und des neuen Rates geben.
Denn eine Reihe von Frauen und Männer, die zum Teil seit Jahren und Jahrzehnten die politischen Geschicke in diesen Gremien entscheidend mitgeprägt haben, werden ihr Wirken dort beenden und ausscheiden. Welche Gründe für diesen Schritt dabei auch im Einzelnen immer ausschlaggebend gewesen sein mögen: Ihr Entschluss ist in jeder Hinsicht zu respektieren und zu akzeptieren. Auch aus diesem Grund bin ich heute sehr gerne hier zu Ihnen in die letzte Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg in dieser Amtsperiode gekommen. Und Sie dürfen mir glauben: Für mich ist es ein echtes Anliegen, all denen meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen, die sich mit Begeisterung und aus fester Überzeugung den Herausforderungen kommunalpolitischer Arbeit stellen.
Und es ist eine besondere Ehre und eine große Freude für mich, darüber hinaus heute jene auszuzeichnen, die sich diesem wichtigen ehrenamtlichen Wirken verschrieben haben sowie all jene angemessen zu verabschieden, für die dies heute die letzte Sitzung hier in der Bezirksvertretung Hohenlimburg ist.
„Kommunalpolitik ist das Herzstück politischer Tätigkeit.“
Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen hier in der Bezirksvertretung Hohenlimburg,
werden diesem Satz des Schweizer Schriftstellers Max Frisch in jeder Hinsicht zustimmen.
Ich denke, Sie teilen meine Auffassung, dass es zu weit führen und meine Redezeit sprengen würde, die Leistungen von Ihnen allen im Einzelnen aufzulisten.
Ich fasse es einfach zusammen:
Womit unsere Stadt heute punkten kann und welch positive Fortentwicklung sie genommen hat: An all dem haben Sie aktiv mitgewirkt! Und zwar in ehrenamtlicher Funktion – das möchte ich nachdrücklich betonen! Denn manchmal scheint es in der Öffentlichkeit in Vergessenheit zu geraten, dass die Übernahme politischer Verantwortung in einer Kommune auf ehrenamtlicher Basis erfolgt. Sie haben viel Zeit, Kraft und Energie aufgewandt, um Ihrer Tätigkeit hier in der Bezirksvertretung Hohenlimburg verantwortungsvoll nachgehen zu können. Mit der Wahrnehmung Ihres ehrenamtlichen kommunalpolitischen Mandates sind Sie im besten Wortsinn das Herz und der Motor einer wahrlich aktiven und selbstbewussten Bürgergesellschaft. Wohl wissend, dass eine kommunale Selbstverwaltung langfristig eben nur durch ein vielschichtiges bürgerschaftliches Engagement getragen und gesichert werden kann. Und es sind ja in der Tat durchaus Viele, die einen unersetzlichen Beitrag für unser Gemeinwesen leisten – und dies in den unterschiedlichsten Ausprägungen.
Soziale, kulturelle, Sport-, Freizeit- oder caritative Vereine, Einrichtungen und Organisationen haben aber vor allem und gerade auch deshalb Bestand, weil Sie als Kommunalpolitikerin und Kommunalpolitiker ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben, zum Beispiel ihre finanziellen oder personellen Probleme erkennen, sie ernst nehmen und im Rahmen der Möglichkeiten auch mit den notwendigen Mitteln unterstützen.
Die Entscheidungen, die beispielsweise hier in der Bezirksvertretung Hohenlimburg gefällt werden, haben für die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar spür- und sichtbare Auswirkungen.
Wofür Geld ausgegeben wird und wofür keine Mittel mehr vorhanden sind, das wird jedem Einzelnen deutlich. Kommunalpolitik ernsthaft zu betreiben, ist von jeher ein wirklich hartes Stück Arbeit, bei dem neben Ausdauer auch eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl gefragt ist. Und es ist heute leider keine Selbstverständlichkeit, Menschen für diese Art eigenverantwortlichen Engagements zu begeistern und zu gewinnen.
Liebe Mitglieder der Bezirksvertretung Hohenlimburg, meine sehr geehrten Damen und Herren, natürlich weiß ich nur zu gut, was es heißt, aktiv und bewusst Kommunalpolitik zu betreiben: Es gibt viel Arbeit, kaum Dank, die Familie kommt oftmals zu kurz und die eigene Freizeit wird auf ein Minimum reduziert. Warum also tun wir uns das an?
Ich will es Ihnen sagen: Weil wir bewusst und aktiv am Gemeinschaftsleben teilnehmen wollen.
Weil wir mit anpacken, mithelfen und unterstützen wollen.
Weil uns unsere Mitmenschen nicht egal sind. Weil wir Probleme angehen und lösen wollen.
Weil wir durch unser Engagement die Stadtgeschichte nach bestem Wissen und Gewissen mitgestalten wollen. Und dies nicht, um uns selbst ins Rampenlicht zu heben, sondern weil uns die Sache und vor allem die Menschen in unserer Stadt den Einsatz wert sind.
Unzählige Stunden haben Sie von Ihrer beruflichen Tätigkeit und Freizeit abgezweigt und in die Arbeit für Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger investiert.
Sie sind mit großem Einsatz fünf Jahre für die Interessen Ihrer Mitmenschen eingetreten und haben sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger angenommen.
Mit Ihren Fähigkeiten und Ihrer Erfahrung haben Sie so die Geschicke hier vor Ort in Hohenlimburg maßgeblich mitgestaltet. Und Sie alle hatten und haben den festen Willen und die ehrliche Bereitschaft, freiwillig für die Gemeinschaft zu arbeiten und hier gute Dienste zu leisten. Dabei haben Sie sich bei Ihren Initiativen und Entscheidungen stets vom Ziel leiten lassen, bei der Lösung der vielschichtigen Aufgaben den Ihrer Meinung nach richtigen Weg zu gehen. Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen hier in der Bezirksvertretung Hohenlimburg,
danken möchte ich Ihnen heute aber nicht nur für gute Arbeit hier vor Ort, sondern auch für unsere gute Zusammenarbeit.
Sie haben viel zu einem guten Klima zwischen Rat, Bezirksvertretung und auch der Verwaltung beigetragen. Selbstverständlich waren wir nicht immer einer Meinung – das gehört sich auch so! Aber Auseinandersetzungen gehören zur Demokratie und befördern nicht selten auch den Entscheidungsprozess. Sie haben stets fair für Ihre Ziele gefochten.
Sie haben Ihre Position mit Nachdruck vertreten, aber auch andere Auffassungen respektiert. Und wenn Sie mit Ihren Vorstellungen nicht gleich durchkamen, haben Sie eben einen zweiten Anlauf genommen. Aber im Vordergrund stand stets, ein konkretes Problem zu lösen, und deshalb waren Sie auch bereit, Kompromisse zu finden.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
bevor ich nun gleich im Einzelnen zu den Ehrungen und Verabschiedungen komme, lassen Sie mich Ihnen allen noch einmal ganz herzlich für Ihr hervorragendes Engagement danken.
Sie alle haben in der jetzt zu Ende gehenden Amtsperiode in vorbildlicher Weise viel für Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger geleistet und maßgeblich zum Ansehen unserer Stadt beigetragen und an ihrer Fortentwicklung mitgewirkt.
Hierauf können Sie wahrlich stolz sein! Was bleibt ist die Hoffnung, dass es zahlreiche Menschen gibt und auch künftig geben wird, die diesem guten Beispiel folgen werden.
Ganz im Sinne des ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, der bekanntlich sagte: „Frage nicht, was der Staat für Dich tut. Frage, was Du für den Staat tun kannst.“
Denn nur auf diese Weise kann und wird unsere Demokratie auch weiterhin das sein, was sie fraglos ist: Die beste aller denkbaren Formen für ein lebens- und liebenswertes Miteinander in der Gesellschaft! Wir brauchen das heute mehr denn je…
Liebe Mitglieder der Bezirksvertretung Hohenlimburg,
es ist mir eine Freude, nun Mark Krippner (BSW) für sein 16-jähriges kommunalpolitisches Engagement zu ehren. Für 26 Jahre im Dienst der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ehren wir Bezirksbürgermeister Jochen Eisermann (CDU).
Und für 28 Jahre wird Peter Arnusch (BfHo) geehrt. Danke sagen und verabschieden wollen wir uns von: Andrea Peuler-Kampe (parteilos, vorher Bündnis 90/Die Grünen), Olaf Born (Hagen Aktiv) und Bezirksbürgermeister Jochen Eisermann (CDU). Ihnen und Euch allen: Alles Gute!“
Er bedankt sich zudem bei den Herren Lotz und Schmidt. Sie verzichteten auf eine Ehrung für ihre 16-Jährige Tätigkeit in der Bezirksvertretung.
Zur Feststellung der Tagesordnung bittet Herr Eisermann um das Einverständnis, dass im öffentlichen Teil der Sitzung die Tagesordnung um den TOP 7.4 und 7.4.1, welche die Mitglieder der Bezirksvertretung vorab als Email und heute als Tischvorlage erhalten haben, erweitert wird. Ferner bittet er um Zustimmung, dass im nichtöffentlichen Teil der Sitzung der TOP 3.1 ergänzt wird. Es werden keine Einwände erhoben; die Tagesordnung wird einstimmig festgestellt.
Herr Eisermann stellt fest, dass die Einladung zur Sitzung form- und fristgerecht vorgenommen worden und die Bezirksvertretung beschlussfähig sei.
