08.05.2025 - 1.1 Mündliche Mitteilungen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1.1
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 08.05.2025
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:15
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zum Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai 1945 erinnerte Herr Oberbürgermeister Schulz vor Eintritt in die Tagesordnung mit folgender Rede:
„Heute gedenken wir in der Stadt Hagen dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – einem Tag, der uns an das unfassbare Leid und die Zerstörung erinnert, die unsere Stadt und ihre Menschen erlitten haben.
Hagen war im Krieg ein bedeutender Industriestandort, der durch seine Rüstungsproduktion zum Ziel zahlreicher Luftangriffe wurde. Insgesamt wurde die Stadt von 60 registrierten Luftangriffen heimgesucht, darunter verheerende Großangriffe, die die Innenstadt und viele Wohngebiete fast vollständig zerstörten. Dabei verloren über 2.200 Menschen ihr Leben, viele weitere wurden verletzt oder obdachlos. Besonders tragisch war die Katastrophe im Hochbunker Körnerstraße, bei der zahlreiche Menschen in einer der verlustreichsten Bunkerkatastrophen Europas ums Leben kamen. Die Bilder der glühend roten Lutherkirche, die aus den Trümmern ragte, sind ein Mahnmal für das Leid dieser Zeit.
Neben den Bombenopfern sind auch die zahllosen Opfer von Verfolgung und Gewalt zu nennen: Hunderte Hagener Bürger wurden wegen ihrer Herkunft, politischen Überzeugung oder ihres Glaubens in Konzentrationslagern ermordet. Die Stadt war zudem ein Zentrum von Zwangsarbeit und Gefangenschaft – mehr als 35.000 ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene wurden hier eingesetzt, viele von ihnen wurden von der Gestapo gefoltert und getötet. Auch in den letzten Kriegswochen fanden in Hagen noch Mordaktionen statt, bei denen Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und politische Gegner ihr Leben verloren.
Am 13. April 1945 erreichten alliierte Truppen Hagen und beendeten die nationalsozialistische Herrschaft in unserer Stadt. Die Befreiung bedeutete das Ende von Terror und Krieg, aber auch den Beginn eines langen Weges der Trauer, des Wiederaufbaus und der Versöhnung.
Wir gedenken heute aller Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft in Hagen – der Soldaten, der Zivilisten, der Verfolgten und der Zwangsarbeiter. Ihr Leid mahnt uns, die Werte von Frieden, Menschlichkeit und Gerechtigkeit hochzuhalten. Wie es Barbara Dobricks formulierte: Wir müssen erinnern, was wir nicht kennen – Krieg – und erkämpfen, was menschlich wäre: Frieden im Frieden.
Möge dieses Gedenken uns alle daran erinnern, wachsam zu sein gegen Hass und Gewalt, damit sich solche Schrecken nie wiederholen.“
