21.11.2024 - 4 Herr Gerlach (SEMPERS) - Vortrag zum Thema Eins...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
Sitzung des Seniorenbeirates
- Gremium:
- Seniorenbeirat
- Datum:
- Do., 21.11.2024
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau Sauerwein ruft den Tagesordnungspunkt auf und erteilt Herrn Gerlach (SEMPERS gem. GmbH – Seniorinnen und Senioren mit Perspektive) das Wort.
Herr Gerlach stellt sich kurz vor und erklärt, dass SEMPERS seit 2020 in Hagen Unterstützung anbiete. Die Corona-Pandemie habe deutlich aufgezeigt, wie schnell Einsamkeit bei Seniorinnen und Senioren entstünde. Hierzu nennt Herr Gerlach einige Beispiele, die man ihm im Austausch mit Feuerwehrleuten, Physiotherapeuten und Betreuungsdiensten berichtet habe. Besonders traurig sei es, wenn vereinsamte Senioren in ihren Wohnungen tot aufgefunden werden, wenn der einzige Besuch in der Woche der Physiotherapeut oder der Betreuungsdienst sei. Herr Gerlach erklärt, dass nach Einsamkeit die Verwahrlosung folge. Man sehe dies auch, wenn plötzlich ein Ehepartner versterbe und der übrig gebliebene Partner auf sich gestellt sei.
Frau Henneken wirft ein, dass die Diakonie mit 60 Ehrenamtlichen Trauerbegleitung anbiete und ähnlich viele Ehrenamtliche auch bei der Caritas unterstützen.
Frau Meth (Wohn- und Pflegeberatung der Stadt Hagen) erläutert dazu, dass die Entwicklungen in der Gesellschaft eher dahin gehen, dass Menschen bei aller Hilfe, die man ihnen anbietet, diese oft auch ablehnen. Es werde häufig sogar der Zutritt in die Wohnung nicht gewährt. Jeder Mensch habe insoweit auch eine Eigenverantwortung sich zu vernetzen und Hilfe anzunehmen. Die Wohn- und Pflegeberatung stehe insoweit jedem Bürger gerne zur Seite.
Herr Gerlach rät dazu, mit offenen Augen durch die Nachbarschaft zu gehen und in der persönlichen Ansprache Hilfe anzubieten. Darüber hinaus erhoffe er sich, dass die Angebote viel bekannter werden unter Senioren, so dass diese den Weg zur Hilfe auch finden.
Herr Klein erfragt die Eckdaten des Angebotes.
Herr Gerlach erklärt, dass die LEG Stiftung eine drei-Zimmer-Wohnung in der Mühlhauser Straße 15 für die Treffen vorhält. Dienstags und donnerstags könne man sich dort zum Frühstück treffen. Mittwochs ist er selbst als Sozialarbeiter vor Ort. Es arbeiten sechs Ehrenamtliche mit, jedoch seien zurzeit vier Ehrenamtliche schwer erkrankt. In der WhatsApp-Gruppe seien ca. 25 Menschen vernetzt.
Frau Henneken erfragt, ob das Angebot kostenlos und ob Herr Gerlach ehrenamtlich dort tätig sei.
Herr Gerlach teilt mit, dass das Angebot kostenlos, jedoch auf Spendenbasis sei. Seine halbe Stelle als Sozialarbeiter werde über die Stiftung finanziert.
Frau Sauerwein berichtet, dass beim Demenztag der Risikofaktor Einsamkeit für eine Demenzerkrankung benannt worden sei. Es gäbe viele Angebote in der Stadt, jedoch sei es oft schwierig gerade diese Menschen zu erreichen. Der Hohenlimburger Bauverein habe unter Kölner Projektleitung ein Angebot „Nachbarn helfen Nachbarn“ installiert. Es habe sich über die Zeit jedoch herausgestellt, dass künstlich implementierte Angebote schwierig seien, dauerhaft aufrecht zu halten. Leider wurde das Angebot nicht weiter verfolgt. Soziale Aufmerksamkeit füreinander sei wichtig, denn alles könne nicht über Pflegedienste oder Heime aufgefangen werden. Hier wäre die Planung eines Seniorenbüros in der Volme Galerie auch eine gute Chance gewesen mehr zu erreichen.
Vor Jahren habe man z. B. in den Quartieren Haspe, Vorhalle und Altenhagen unter dem Namen „Wohnfühlen in ...“ Treffen organisiert, an denen zwischen 100 und 200 Menschen teilgenommen haben. Es wurde vollumfänglich über Angebote informiert und es wurden Kontakte geknüpft. Es wäre schön, wenn so etwas wieder eingeführt werde, denn manche Menschen könne man nicht ihrer Eigenverantwortung überlassen.
Herr Zöhner nimmt Bezug auf Frau Sauerweins Ausführungen und erklärt, dass damals Frau Dellgrün (Kölner Projekt) auch im Seniorenbeirat referiert habe. Daraufhin habe er versucht mit der ha.ge.we ins Gespräch zu kommen, dies sei jedoch an den monetären Mitteln gescheitert. Die AWO habe auch das Thema Einsamkeit aufgegriffen und versucht über die Kulinarik, die oft vereinend sei, die Menschen zu erreichen. Abschließend erklärt er, dass solche Angebote meistens am Geld und der Unterstützung scheitern.
Frau Graefingholt merkt an, dass sie recht gut vernetzt sei und viele Angebote kenne, jedoch SEMPERS für sie bisher nicht bekannt gewesen sei. Sie fragt an, wie und ob das Angebot beworben werde. Leider sei auch die ZWAR, zu der sie selbst gehöre, wenig bekannt und man habe sich dafür entschieden einen Flyer zu erarbeiten und diesen zu verteilen.
Herr Frank erläutert kurz die Aufstellung der Begegnungsstätten, die im Stadtgebiet ca. ein Dutzend seien. Man habe durchaus auch eine Lotsenfunktion und biete - auch wenn man von SEMPERS Unterstützung benötige - gerne Hilfe an. Grundsätzlich seien die Begegnungsstätten sehr gut vernetzt. Weiter führt er aus, dass der Aufwand, den SEMPERS – auch über die Anmietung der Wohnung und Sozialarbeiter – betreibe, durchaus lobenswert sei. Dezentralisierte Angebote seien das, was gebraucht werde.
Herr Gerlach erklärt hierzu, dass es Vorteile habe, solche Angebote zu installieren, denn es wirke sich auch positiv für die Wohnungsbaugesellschaften aus.
Herr Gövercile erfragt, ob das Angebot auch im weiteren Stadtgebiet installiert werde.
Herr Gerlach sei als Nachbarschaftshilfe im Eilperfeld, um auch fußläufig erreichbar zu sein, installiert worden.
Frau Sauerwein bedankt sich mit abschließenden Worten zum Thema bei Herrn Gerlach für den Vortrag.
